Im Anschluss an die bewaffneten Massendemonstrationen in der Hauptstadt Petrograd (3.-5. Juli), traf die Bolschewiki und andere revolutionäre Marxisten harte Repression. Die Kräfte der Reaktion waren im Anstieg, ein Militärputsch deutete sich an. Dies wurde von Leo Trotzki in der Zeitschrift Wperjod (Vorwärts, Nr. 7, 25. Juli 1917) analysiert – zum ersten Mal ins Englische übersetzt von Pete Dickenson. Russisch in Л. Троцкий. Историческое подготовление Октября. Часть I. От Февраля до Октября. (Л. Троцкий. Сочинения. Том 3, часть 1. Москва-Ленинград, 1924) [L. Trotzki, Historische Vorbereitung des Oktober. Teil I. Von Februar bis Oktober. (L. Trotzki, Werke, Band 3, Teil 1. Moskau-Leningrad, 1924)

 

Die Revolution ist in Gefahr – von der Seite, von der allein ihr Gefahr drohen kann: von der Konterrevolution. Allem Gerede darüber, dass die Konterrevolution durch die „bolschewistischen Tore“ eintreten könne, fehlt jeder wirkliche Inhalt. Höchstens könnte es bedeuten, dass die Konterrevolution immer bereit ist, den einen oder anderen Fehler einer revolutionären Partei zu nutzen. Aber das Wesen der Sache liegt immer noch in der Konterrevolution selbst, in ihrer Klassenzusammensetzung, ihren Interessen, Plänen und Kräften.

Die Konterrevolution ist vor allem die Monarchie, die Bürokratie – die weltliche und geistliche –, die alten Offiziere, der Adel, die Klöster und schließlich die imperialistische Bourgeoisie und die mit ihr verwandte europäische Diplomatie. Die Ereignisse vom 3. bis 5. Juli schufen nicht die Konterrevolution: sie enthüllten sie nur. Blinde und Halbblinde mussten sehen, dass die wirkliche Gefahr der Revolution von rechts droht, von Seiten der reaktionären Kräfte, deren soziale Macht noch nicht von der Revolution untergraben wurde und die die politische Macht wiedererlangen wollen.

Die erste Provisorische Regierung und die zweite, die Koalition, sahen ihre Hauptaufgabe darin, „das Land in die Konstituierende Versammlung zu führen“. Bis zu ihrer Einberufung wurde die Entscheidung aller grundlegenden Fragen, die zur Revolution führten, verschoben. Es war diese Politik des Ausweichens und der Verschleppung, die die unweigerlichen inneren Widersprüche verschärfte und zu einer schrecklichen Krise führte – lange vor der Einberufung der Konstituierenden Versammlung.

„Im Prinzip“ glaubte man, dass Russland eine Republik werden würde. Aber die provisorische Regierung wagte es nicht, die Republik auszurufen und daraus alle notwendigen Schlüsse auf dem Gebiet der Güter, der Titel usw. zu ziehen.

Das Amt des Regierungschefs wurde weiterhin einem Fürsten übertragen und offiziell wurden die Titel der Großfürsten und Großfürstinnen für die Romanows[1] beibehalten. So stand die Staatsform weiter unter einem Fragezeichen. Gleichzeitig sollte die Aussicht, dass die Konstituierende Versammlung die Republik verkünden werde, die monarchischen Elemente veranlassen, in den verbleibenden Monaten alle ihre Kräfte anzuspannen und bei der ersten sich bietenden Gelegenheit alles zu riskieren.

Die Losung, die Großgrundbesitzer- und andere Ländereien an das Volk zu übertragen, erhielt eine offizielle Halbanerkennung. Aber aus dieser Losung wurden keine Schlüsse gezogen im Sinne eines Schritts zur sofortigen Abschaffung des Großgrundbesitzes und der tatsächlichen Übertragung des Rechtes auf das Land an das Volk. Wenn die Bauern die fortdauernde Feindseligkeit der Grundbesitzer und der Grundbesitzverwaltung in den Orten beobachteten, konnten sie nicht voll abstraktem Vertrauen in die rettende Kraft der ganz weit von ihnen entfernten zentralen Organe der Revolution sein. Dies schuf den Grund für chaotische Beschlagnahmungen und Plünderungen einerseits, für die Schwarzhunderter-Demagogie andererseits.[2] Und die Großgrundbesitzer erhielten nicht nur eine gewaltige Warnung, sondern auch eine beträchtliche Zeit bis zur Konstituierenden Versammlung, um ihre Kräfte gegen die Gefahr zu mobilisieren und, wenn möglich, die Revolution aus dem Sattel zu werfen.

Das gleiche war in allen anderen Bereichen zu beobachten. Nachdem sie das Prinzip der Demokratie von oben verkündet hatten, beließen sie reaktionäre Beamte und Richter vor Ort. Der Regierungsapparat wurde zu einem großen Teil ein Instrument der Sammlung oder Deckung der antirevolutionären Kräfte. Dieser ungeheuerliche Widerspruch wurde mit einer doppelten Schärfe vom Volk gefühlt, auf dessen Körper die Geschwüre von den Ketten des Zarismus noch nicht geheilt waren. Gleichzeitig eilte sich die konterrevolutionäre Bürokratie, sowohl der Schwarzhunderter als auch der Kadetten, ihre offiziellen Positionen voll zu nutzen, um die Revolution zu „zerstören“.[3]

Die Revolution erschütterte die Armee bis in die Tiefe. Die alte eiserne Disziplin zerbröckelte zu Staub. Das Regime der Demokratie wurde in den Militäreinheiten eingeführt: alles wurde diskutiert und kritisiert. In den Köpfen der Soldaten stellte sich die Frage nach Krieg und Frieden. Das Programm, das der Sowjet aufstellte und die Regierung in Worten annahm – Frieden ohne Annexionen und die Revision der alten Verträge – verstärkten in den Seelen der Soldaten nur Feindschaft gegenüber allen, die den Krieg in die Länge zogen, den verborgenen und offenen Annexionisten und Predigern der Offensive um jeden Preis. Die Regierung, die alle Fragen an die Konstituierende Versammlung delegierte und die Frage der Überprüfung der Verträge mit den Verbündeten auf unbestimmte Zeit vertagte, hielt es nicht für möglich, die Offensive zu verschieben.

Der Zerfall der Armee mit all seinen tragischen Konsequenzen war das Ergebnis des Widerspruchs zwischen den erwachten Hoffnungen, den verkündeten Prinzipien einerseits und der vollständigen diplomatischen Ohnmacht der Regierung andererseits.

Die Massen unten spürten am direktesten die Unerträglichkeit der Widersprüche, in die die Revolution geraten war. Und die Versuche der Massen, diese Widersprüche durch ihre eigenen Mittel zu beseitigen, wurden von oben als „Anarchie“ angesehen. Als die Kronstädter einseitig die von oben eingesetzte Kommissarin entfernten, die Kadettin Pepeljajewa, schrie die ganze „Ordnungs“presse und vor allem die der Sozialrevolutionäre und Menschewiki über die Abspaltung Kronstadts von Russland. Einer von Alexinskis [Leuten] fälschte sogar eine besondere Kronstädter „Einheits“münze.[4] Die Kronstädter waren über alle diese Repressalien erschrocken; es ging so weit, dass der Sowjet der Bauerndeputierten ihnen drohte, den Getreidezufluss aus dem Dorf zu stoppen. Durch diese Methoden wurde der Gegensatz zwischen dem linken Flügel der Revolution und seinem kleinbürgerlichen Zentrum äußerst verschärft.

Die Petrograder Arbeiter, die im Mittelpunkt des politischen Lebens des Landes stehen, sahen mit besonderer Schärfe die schrecklichen Phänomene des wirtschaftlichen Verfalls und die Mobilisierung konterrevolutionärer Kräfte, begünstigt von einer im Innern ohnmächtigen Regierung. Als die Petrograder Arbeiter, alle in immer größeren Massen die Übertragung aller Macht an die Sowjets forderten, erklärten die Sozialrevolutionäre und Menschewiki dies mit der „Unaufgeklärtheit“ der Massen.[5] Sie erklärten also, das Proletariat zum unaufgeklärtesten Teil der allgemeinen revolutionären Armee. Sie stellten ihm die Autorität der Provinz und der Bauernschaft gegenüber und drohten, dass Russland mit Petrograd „fertig werden“ würde. Im Kampf um eine offensichtlich unerschütterliche „Koalitionspolitik“ waren die führenden Parteien der Sowjets gezwungen, alle politischen Ideen auf den Kopf zu stellen und die Petrograder Vorhut der Revolution vor dem Bauern und Bauern-Soldaten als deren schlimmsten Feind zu brandmarken. Die revolutionäre Wachsamkeit der Petrograder Arbeiter verwandelte sich daher in nervösen Verdacht. Dies war die notwendige psychologische Voraussetzung für die Ereignisse vom 3. bis 5. Juli.

Der demonstrative Schritt der Kadetten zum Rücktritt enthüllte schließlich den ganzen Bankrott dieser Regierungskoalition, die die Menschewiki und Sozialrevolutionäre zwei Monate lang mit selbstmörderischer Blindheit unterstützten.

Es ist jetzt schwer, mit voller Sicherheit zu sagen, warum die Kadetten gerade am 2. Juli die Koalition platzen ließen. Die Ukrainefrage war nur ein Vorwand. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kadetten von amerikanischen Börsenmaklern (Senator Roots Mission!) die Zusage erhalten hatten, einem rein sowjetischen Kabinett kein Geld zu geben, und sie mit diesen Trümpfen in ihren Händen entschieden, die „revolutionäre Demokratie“ zu erpressen.[6] Es ist auch möglich, dass die Kadetten, die wichtigsten Anstifter der Offensive an der Front, in Eile waren, die Regierungsreihen zu verlassen, als die Offensive, die auf sie zurückging und mit ihnen verbunden war, sich in einen tragischen Rückzug verwandelte … Schließlich enthüllten die Kadetten mit ihrem eigenen Bild der konterrevolutionären Erpresser zugleich den volksfeindlichen Charakter dieser Regierungskoalition, in der die Arbeitermassen laut Menschewiki und Sozialrevolutionären die einzige Rettung der Revolution sehen sollten.

Als wir schrieben und sagten, dass die Koalitionsregierung durch den inneren Kampf der gegensätzlichen Klassenkräfte zur Unfruchtbarkeit verurteilt sei, wurden wir der Demagogie beschuldigt. Als wir argumentierten, dass man nicht nur 100, sondern auch 50% der Profite nicht durch die Zusammenarbeit mit Konowalow und Schingarew abführen könne, dass es unmöglich sei, die Agrarrevolution Hand in Hand mit Fürst Lwow durchzuführen, wurden wir des Weckens der „dunklen Instinkte“ der Massen, der Demagogie und Verfolgung beschuldigt.[7] Und als sich die Kadetten aus der Regierung zurückzogen und die Tür zuschlugen, mussten die Menschewiki und  Sozialrevolutionäre, die sich gegen die Kadetten verteidigten und sie angriffen, alles bestätigen, was wir von Anfang an unermüdlich über das Koalitionsministerium wiederholten. Nehmen wir zum Beispiel die „Rabotschaja Gaseta“ als die Zeitung, die den heftigsten Kampf gegen den Bolschewismus führt.

Das Organ der Menschewiki schrieb am 13. Juli, „dass sich die provisorische Regierung zwei Monate lang weigerte, den schrecklichen wirtschaftlichen Zusammenbruch zu bekämpfen, und Konowalow hielt es für notwendig, die neue Regierung sofort zu verlassen, als sie die Notwendigkeit der Regulierung der Wirtschaft angekündigt hatte. Und warum war es notwendig, Konowalow zu behalten, wenn er das einzige Mittel zur Bekämpfung der ökonomischen Zerrüttung bekämpfen musste?“

Natürlich war es nicht nötig. Wir haben rechtzeitig darauf hingewiesen.

„Die Kabinettskollegen von Miljukow aus der Partei Volksfreiheit“, fährt Rabotschaja Gaseta fort, „unterstützten seine Außenpolitik und die gleichen Kabinettsvertreter zeigten mit all ihren Aktionen Solidarität mit Herrn Konowalow.“

Ganz richtig: das ist genau das, was wir gesagt haben.

„Herr Schingarew blieb taub für alle Erklärungen der Delegation des Sowjets an den staatlichen Lebensmittel-Ausschuss bezüglich der Notwendigkeit, das Wirtschaftsleben zu regulieren“, fuhr das Menschewiki-Organ fort, „und das Ministerium für Industrie und Handel, unter der Leitung des Kadetten Herr Stepanow, blieb nach dem Rücktritt von Herrn Konowalow weiterhin das Bollwerk der Kapitalisten in ihrem Kampf gegen die Arbeiter und gegen die Regulierung des Wirtschaftslebens.“

Ganz richtig: So haben wir die Rolle der „kapitalistischen Minister“ im Koalitionskabinett charakterisiert.

„Und dann“, sagt Rabotschaja Gazeta, „stieß die Revolution auf diese Elemente, als sie ihren Versuchen entgegenwirkten, akute nationale Widersprüche in der Ukrainefrage zu beenden, und die anarchische Beschlagnahme der Bauern durch die Vergrößerung der Macht der Landkomitees bei der Verfügung über das Landes und bei der Regulierung der Landbeziehungen zu stoppen.

Konnte sie den Kadetten und Herrn Lwow nachgeben, indem sie die Ukrainer mit Waffengewalt beruhigte, statt ihnen Zugeständnisse zu machen, oder indem sie sich am bewaffneten Kampf gegen die Bauernmasse beteiligte, statt sofort, zumindest teilweise (!) deren Forderungen zu erfüllen?“

So gibt die Rabotschaja Gazeta ehrlich zu, dass die „sozialistischen Minister“ nicht einmal teilweise (!!) die Bestrebungen der Bauernschaft erfüllen konnten, weil es von den „kapitalistischen Ministern“ nicht erlaubt wurde. Aber genau das haben wir den arbeitenden Massen erzählt, und darum beschuldigte uns die ganze „Ordnungs“presse der Demagogie: von „Nowoje Wremja“ bis „Rabotschaja Gazeta“.

Auf dem Allrussischen Kongress übernahm Zereteli die Verantwortung für die ganze Regierung.[8] Offizielle Sprecher machten den Delegierten weis, dass keine Maßnahme der „sozialistischen Minister“ von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt werde. Pjeschechonow berichtete, dass „der Widerstand der Bourgeoisie gebrochen ist“.[9] Skobelew versicherte dem Kongress, dass Konowalows Rücktritt durch „persönliche“ Motive verursacht sei und keineswegs Gegenmaßnahmen des organisierten Kapitals gegen die Wirtschaftspolitik der Demokratie impliziere.[10] Das war nicht wahr. Die Delegierten und das ganze Volk wurden getäuscht. Und als wir versuchten, den wirklichen Stand der Dinge zu enthüllen und zu sagen, was jetzt „Rabotschaja Gazeta“ oder „Djelo Naroda“ zu sagen gezwungen sind, wurden wir der Demagogie und der Untergrabung der Autorität der revolutionären Regierung beschuldigt.[11]

Wenn man unter Demagogie Übermittlung von falschen Information an die Massen und die Verschleierung der wichtigsten Tatsachen vor ihnen versteht, um in den Massen mit solchen künstlichen Mittel eine für die politischen Pläne gewisser Parteien und Gruppen günstige Stimmung zu schaffen, dann war die Politik der Zentren der führenden Gruppen der Sowjetmehrheit Demagogie.

Und wenn man mit Lassalle[12] annimmt, dass revolutionäre Politik mit dem Satz „aussprechen, was ist“ beginnt, dann war unsere Politik revolutionär.

Die Petrograder Massen klopften an die Tür des Sowjets und forderten wiederholt eine entschlossenere Innen- und Außenpolitik. Sie stießen auf völlige Gleichgültigkeit und Feindseligkeit. Ihnen wurde gesagt, dass sie der Sache der Konterrevolution dienten. Inzwischen konnte den Massen nicht entgehen, dass alle konterrevolutionären Organe die heftigsten Angriffe gegen die Bolschewiki, die Petrograder Arbeiter und die Kronstädter richteten. „Nowoje Wremja“, „Russkaja Wolja“, „Petrogradskij Listok“, „Malenkaja Gazeta“[13], „Rjetsch“ griffen jedes Wort der Menschewiki und Sozialrevolutionäre gegen die Bolschewiki auf, porträtierten Zereteli als „Zertrümmerer“ der Leninisten, und spannen ein Netz aus abscheulichen Verleumdungen gegen revolutionäre Internationalisten, das sie systematisch mit der Autorität des Sowjets und der sozialistischen Minister deckten.[14]

Es ist sehr wahrscheinlich, dass extreme Schwarzhunderter-Abenteurer sich als bolschewistische Organisationen maskierten, um ihre Auftritte in demselben Sinne zu „nutzen“ wie die zaristischen Gangster in alten Zeiten wiederholt versucht hatten, unsere revolutionären Kundgebungen in Schwarzhunderter-Pogrome zu verwandeln. Aber das hat keine ideologische Verbindung zwischen dem Bolschewismus und der Reaktion geschaffen. Im Gegenteil: Eine der Aufgaben der Söldner der Konterrevolution war, den extremen linken Flügel als das ernsthafteste Hindernis für die Restauration[15] zu kompromittieren. Und diese abenteuerlichen Versuche im Untergrund wurden von einem nicht formalen, aber um so realeren politischen Block der ganzen Reaktion mit den Menschewiki und den Sozialrevolutionären ergänzt – gegen die Bolschewiki. Man kann nicht wirklich über die Tatsache hinwegsehen, dass jeder anti-bolschewistische Artikel von Rabotschaja Gazeta oder Djelo Naroda sofort von allen Schwarzhunderterzeitungen und der Yellow Press nachgedruckt wurde, und dass die Malenkaja Gazeta, lange vor den „Enthüllungen“ von Alexinski und anderen Erpressern, in jeder Ausgabe Lenins Verhaftung forderte. Versuche, die Bolschewiki zusammen mit den „dunklen Kräften“ abzuschütteln, sind um so unverschämter, weil es die Bolschewiki in der Person ihrer offiziellen Vertreter waren, die beharrlich die Zentren der Demokratie auf die wachsende konterrevolutionäre Gefahr hinwiesen und unermüdlich eine radikale Säuberung aller Schwarzhunderternester forderten. In diesem Geist nahm die Arbeitersektion des Petrograder Sowjets eine Entschließung am tragischen Tag des 3. Juli an.

Der Austritt der Kadetten aus der Regierung und die sofortige Flut von Darstellungen über die innere Natur des „Koalitions“kabinetts zeigte den Petrograder Arbeitern und Soldaten, dass unser Verständnis von dem, was an der Spitze geschah, richtig war. Nichts wurde gegen die Anarchie in der Produktion getan, weil die Vertreter der Aussperrungen in der Regierung dies nicht zuließen. Nichts wurde in der Agrarfrage gemacht, weil Lwow es nicht erlaubte. Im Kampf um den Frieden konnte nichts Gutes getan werden, weil die gesamte Außenpolitik des revolutionären Russlands in den alten imperialistischen Bahnen gehalten wurde. Das alles wurde am 2. Juli bestätigt. Zwei Monate Koalitionsherrschaft standen wie ein schwarzes Loch[16] vor den Augen der Massen. So viel unschätzbare Zeit war verloren, verbracht mit zeremonieller Ausführlichkeit, um vor den Massen zu verstecken, was ist und … die Bolschewiki zu verfolgen …

Die Petrograder Arbeiter- und Soldatenmasse – gerade weil sie dem Rest der Volksmassen voraus war und den Ereignissen näher stand – mussten einfach den Drang fühlen, sofort in die Entwicklung der Krise einzugreifen. Die Massen hatten kein Vertrauen, dass die offiziellen Führer der Demokratie endlich die notwendigen Schlüsse aus der bestehenden Lage ziehen und zu heroischen Maßnahmen greifen würden. „Vereinigt euch mit uns, nicht mit den Kapitalisten!“ Das wollten die revolutionären Massen dem zuständigen Zentrum der Revolution zurufen, das im Taurischen Palast saß.

Keine der revolutionären Parteien oder verantwortlichen Organisationen rief die Massen am 3. Juli auf, auf die Straße zu gehen, schon gar nicht mit Waffen. Dies wurde offiziell in der gemeinsamen Sitzung der Exekutivkomitees durch den Berichterstatter Wojtinski festgestellt. Im Gegenteil: Die Bolschewiki, wie alle anderen Parteien, riefen die Soldaten und Arbeiter auf, nicht auf die Straße zu gehen. Trotzdem zogen die Massen los, mit Waffen in den Händen.

Welche Rolle spielten konterrevolutionäre Provokationen oder deutsche Agenten? Jetzt ist es schwer, etwas Bestimmtes zu sagen. Die „Ordnungs“presse erzeugte rund um die Ereignisse vom 3. bis 4. Juli solche Wolken von bösartigen Lügen, dass man durch sie keine Fakten oder Menschen sehen kann. Die Ergebnisse einer echten Untersuchung bleiben abzuwarten, natürlich nicht der, die die zweideutigen Priester der Gerechtigkeit Seite an Seite mit Alexinski durchgeführt haben. Aber auch jetzt kann man mit Sicherheit sagen: Die Ergebnisse einer solchen Untersuchung können ein helles Licht auf die Arbeit der Schwarzhunderterbanden und auf die unterirdische Rolle von deutschem, englischem oder echt-russischem[17] Gold werfen, oder endlich des einen oder anderen im Bunde mit dem dritten; allerdings kann keine gerichtliche Untersuchung die politische Bedeutung der Ereignisse ändern. Die Arbeiter und Soldaten von Petrograd waren nicht bestochen und konnten nicht bestochen werden. Sie stehen nicht im Dienst von Wilhelm, Buchanan oder Miljukow.[18] Gekaufte Betrüger konnten mit mehr oder weniger Erfolg versuchen, deren Bewegung für ihre eigenen Zwecke zu stören; Aber die Bewegung selbst wurde durch den Krieg, die drohende Hungersnot, die ihr Haupt erhebende Reaktion, die kopflose Regierung, die abenteuerliche Offensive, politisches Misstrauen und revolutionäre Angst der Arbeiter und Soldaten vorbereitet …

Die bürgerliche Regierungspresse spricht von einem „bewaffneten Aufstand“, der von „revolutionstreuen“ Truppen unterdrückt wurde. Diese bereits offizielle Schablone für den 3. bis 4. Juli enthält kein Wort der Wahrheit. Die Losung der Demonstration war „alle Macht dem Sowjet!“. Die Demonstranten defilierten vor dem Gebäude des Sowjets. Gegen wen war die Rebellion? Die Verfälscher müssen wohl oder übel über einen Versuch, die Macht zu ergreifen, sprechen. Von wem? Wie hat sich dieser Versuch ausgedrückt?

Als belastende Umstände werden Versuche der Demonstranten angeführt, Kerenski, Zereteli und Tschernow zu verhaften. Jemand behauptet, dass eine Gruppe Kerenski verhaften wollte, aber zu spät zum Bahnhof gekommen sei. Einige Putilower forderten heftig, dass Zereteli den [Taurischen] Palast verlasse und die ihm gestellten Fragen beantworte. Schließlich machte eine Bande von verdächtigen Gestalten, die sich vorsätzlich am Eingang des Taurischen Palastes postierten, einen Versuch – hinter dem Rücken der Massen –, Tschernow in Gewahrsam zu nehmen. Aber kann man diesen Versuch den Demonstranten anlasten, da die ganze Idee eines unbedeutenden Halb-Hooligan-Haufens sich zerschlug und Tschernow frei zum Palast zurückkehren konnte.[19] Das ist alles. Zehntausende von Demonstranten hatten damit nichts zu tun, und die Führer der Fabriken und Regimenter, erfuhren zweifellos zum ersten Mal aus Zeitungen von der „versuchten Gefangennahme“.

Trotz aller Zeitungsmärchen, Falschaussagen und Gegenspionage-Phantasien ist es unbestreitbar, dass viele Zehntausende von bewaffneten Soldaten und Arbeitern, die die Straßen von Petrograd vom 3. bis 4. Juli fast vollständig dominierten, keinen Versuch unternahmen, irgendwelche Machtorgane oder politischen Institutionen zu besetzen. Und dies zeigt mit voller Beweiskraft, dass es keinen Hinweis auf einen politisch vorbereiteten „Aufstand“ gab. Die aufgeregte Masse brach in eine Manifestation, einen Protest aus. Wenn sie Waffen mit sich nahm, dann weil sie Angst vor einem bewaffneten Angriff der Konterrevolution hatte. Die abscheuliche Verfolgung der vorangegangenen Monate hatte die Arbeiter und Soldaten sehr misstrauisch gegenüber dem Newski Prospekt und den mit ihm verbundenen bewaffneten Elementen gemacht. Der einzige Gedanke der Demonstranten war, den konterrevolutionären Untergrund mit Waffen zu erschrecken und damit den Weg für ihren Marsch frei zu machen.

Trotzdem erklangen die Schüsse, Blut wurde vergossen, Opfer fielen. Welches Gewehr zuerst abgeschossen wurde, das wird niemals aufgeklärt werden. Es gibt jedoch keine Zweifel, dass es Schüsse gab, die im Voraus bezahlt wurden – mit deutschen Mark, englischen Schillingen oder echt-russischen Rubeln. Die wütende heimliche Provokation, die fest auf Straflosigkeit zählte, spielte in den Ereignissen vom 3. bis 5. Juli eine fatale Rolle. Diese Rolle schonungslos herauszuarbeiten ist Aufgabe der Untersuchung. Aber auch hier könnte die Untersuchung, selbst wenn sie tiefer graben wollte, das politische Gesicht der Ereignisse wenig ändern.

Am 4. Juli machten die bolschewistische Partei und die mit ihr verbundene Interbezirksorganisation einen Versuch, die sich spontan entwickelnde Bewegung in den Griff zu bekommen, sie in die Bahnen friedlichen Handelns zu führen und sie politisch zu ordnen.[20] Wir halten es nicht für nötig, uns vor irgendjemandem dafür zu rechtfertigen – auch nicht vor den platonischen Kritikern* von Nowaja Schisn –, dass wir nicht abwartend an der Seite standen und General Polowzew[21] mit den Demonstranten „sprechen“ ließen. Auf jeden Fall konnte unsere Intervention, egal aus welchem Blickwinkel [man sie betrachtet], weder die Zahl der Opfer erhöhen noch eine chaotische bewaffnete Demonstration in einen politischen Aufstand verwandeln. Das ist aus dem ganzen Bild der Ereignisse und aus ihrer ganzen inneren Logik klar. Die Führer der Sozialrevolutionäre und Menschewiki müssten zuerst gegen die Kleinbürger- und Polizeilügen im Namen der Einhaltung der elementaren politischen Gewissenhaftigkeit auftreten, wenn sie nicht die letzten Reste revolutionären Instinkts zusammen mit den sozialistischen Prinzipien verloren hätten.

Nur Einfaltspinsel können aufrichtig denken, dass die Ereignisse vom 3. bis 5. Juli die Revolution „zunichte gemacht“ hätten. Wenn die schwere Juli-Erschütterung wirklich etwas zunichte gemacht hat, so war es nur eine falsche Hülle der politischen Wirklichkeit.

Eine schreckliche Kluft zwischen den Führern der „revolutionären Demokratie“ und der Vorhut der Arbeiterklasse öffnete sich. In dem Augenblick, wo die liberale Bourgeoisie mit den Sozialrevolutionären und Menschewiki offen brach, zeigte sich, dass die Führer der letzteren im Gefolge der liberalen Bourgeoisie sich schließlich gegen den revolutionärsten Flügel der arbeitenden Massen wandten. In der Losung „Macht dem Sowjet“, der die unglückseligen Erfahrungen mit der Koalitionsregierung zusammenfasst, sahen die Führer des Sowjets vor allem einen Aufstand gegen den Willen der „revolutionären Demokratie“. Statt die Bewegung zu meistern, die tatsächlich entlang der Entwicklungslinie der ganzen Revolution ging, und sich politisch auf sie zu stützen, griffen die Kerenski, Zereteli und andere zu Polizeikonsequenzen: der Entwaffnung der Verletzer der Ordnung. Um also das böse Verhalten zu bestrafen, werden die Arbeiter und Soldaten entwaffnet, die im Augenblick der Gefahr selbstlos für die Sache der Revolution kämpfen werden, was niemand bezweifeln kann.

Aber damit nicht genug. Durch die Entwaffnung von Petrograd hofften die Führer des Sowjets zweifellos, die liberale Bourgeoisie zu bestechen, indem sie das lebendigste Beispiel ihre Festigkeit und staatlichen Zuverlässigkeit gegeben hatten. Das Ergebnis war jedoch das genaue Gegenteil. Die liberale Bourgeoisie machte noch Zugeständnisse, weil sie fürchtete, dass sonst die kleinbürgerliche Demokratie mit ihr brechen und sich mit dem revolutionären Proletariat vereinigen würde. Je tiefer jedoch die Politik der fruchtlosen Versöhnung den Keil zwischen dem sozialrevolutionär-menschewistischen Zentrum und dem linken Flügel trieb, desto kompromissloser wurde die Bourgeoisie. Ihre Unnachgiebigkeit verwandelte sich in eine unverantwortliche Arroganz, sobald Kerenski-Zereteli-Tschcheïdse ihre linke Flanke entblößten, indem sie das revolutionäre Petrograd entwaffneten.

Zu all dem kam die Katastrophe an der Front. Zu Beginn des Allrussischen Sowjetkongresses, das heißt, Anfang Juni warnten die Fraktionen der Bolschewiki und Vereinigten Internationalisten in ihrer Erklärung, dass die geplante Offensive, die weder materiell noch ideologisch vorbereitet wurde, katastrophal für die Armee werden und endlich ihren inneren Zusammenhalt zerstören könne. Die Trompeter der Offensive erklärten diese Warnung zur „Verleumdung“ der Armee. Allerdings zeigte sich wieder einmal, dass der offizielle Patriotismus nur selten von Einsicht begleitet ist. Unsere Vorhersage aus jener Zeit wird nun in den schrecklichsten Formen Wirklichkeit. Und diejenigen, die nichts vorhersahen oder, schlimmer noch, die Forderung der Alliierten erfüllten, und dabei ihre Augen vor der Wirklichkeit und den Forderungen der Revolution schlossen, versuchen nun schändlich, die Verantwortung für den Zusammenbruch an der Front den Bolschewiki aufzuerlegen.** Allerdings ändert diese Hetze nicht die Lage. Das Abenteuer der Offensive führte zur Katastrophe des Rückzugs, die die Armee und die Revolution zu verschlingen droht. Und selbst wenn Petrograd die Dramen vom 3. bis 5. Juli nicht durchlebt hätte, würden doch die Ereignisse an der Front die Politik der Illusionen und Deklamationen zerstören, deren Vertreter in der Vergangenheit Zereteli und Kerenski waren.

Das vorübergehende Gleichgewicht der Untätigkeit war rücksichtslos zerstört. Angesichts der Konterrevolution und des Zerfalls der Armee waren außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich. Das Zentrale Exekutivkomitee erklärte das entstehende Kabinett zur „Regierung der Rettung der Revolution“. Die Offiziellen erklärten, dass es eine revolutionäre Diktatur sei. Wessen Diktatur? Über wen? In wessen Namen? Die Diktatur der unteren Klassen über die besitzenden Klassen? Oder die Diktatur der Bourgeoisie über die Armee, Arbeiter und Bauern?

Die sozialistischen Minister suchten nach dem Rücktritt der Kadetten weiterhin nach Ministern aus der liberalen Bourgeoisie. Nach der Ablehnung der Kadetten stimmten sie jedem „Quoten“-Bourgeois zu. Der karikaturhafte Charakter dieser neuen Kombination lässt einen denken, dass es vor allem darum ging, die alliierten Regierungen und die Börse zu beschwichtigen. Aber es ist klar, dass unter solchen Bedingungen keine revolutionäre Diktatur entstehen konnte. Das Proletariat ist feindselig und halb unterdrückt; die Bourgeoisie hat sich von der Regierung feindlich und abwartend zurückgezogen. In gewissem Sinne ist dies die Lage für die „über den Klassen schwebende“ bonapartistische Diktatur. Aber für den Erfolg dieser letzteren braucht man eine ruhige, konservative Bauernschaft und eine „disziplinierte“ Armee, die eine solche Bauernschaft widerspiegelt. Wir haben diese Bedingungen noch nicht. Deshalb war Kerenski und Zereteli, sobald sie mit allen „Machtbefugnissen“ ausgestattet waren, klar, dass sie in der Luft hingen.

Eine revolutionäre Diktatur, ganz zu schweigen von einer gegen das Proletariat, ist unvorstellbar ohne eine einheitliche prinzipiell-revolutionäre Klasse, die „bis zum Ende“ gehen kann. Die bonapartistische Diktatur ist in Abwesenheit einer landbesitzenden zufriedengestellten Bauernschaft und einer siegreichen Armee nicht vorstellbar. Es blieb die dritte Art der Diktatur – die der „Ordnungs“parteien über Proletariat, Armee und Dorfarmut.

Genau in diese Richtung waren die Bemühungen von Kerenski und Zereteli gerichtet. Nachdem die Führer des Sowjets die bolschewistischen Zentren unterdrückt, die Arbeiter und die „unzuverlässigen“ Soldaten entwaffnet und die Todesstrafe in der Armee wiederhergestellt hatten, traten sie sofort in Verhandlungen mit der Kadettenpartei und Vertretern der einflussreichsten bürgerlichen Organisationen ein. Die Regierung der „Rettung der Revolution“ begann mit dem Vorschlag der Zusammenarbeit mit der organisierten Konterrevolution. Die Moskauer Staatsberatung[22] unter Mitwirkung von Staatsduma, Börsenkomitees, Fabrikanten- und Unternehmerverbänden usw., sollte ein neues Kapitel eröffnen: den endgültigen Bruch der Führer der Kleinbourgeoisie mit dem Proletariat, ihrer endgültigen Kapitulation vor dem imperialistischen Kapital und der endgültigen Beseitigung der Revolution im Namen der kapitalistischen Ordnung.

Aber auf diesem Wege sind Schwierigkeiten erwachsen. Die Forderungen der Bourgeoisie wuchsen noch schneller als die Bereitschaft der Führer des Kleinbürgertums, Zugeständnisse zu machen. Und sofort gab es einen Stolperstein: die Landfrage.

Der Landwirtschaftsminister Tschernow bemühte sich nicht, im Geiste des sozialrevolutionären Programms zu handeln, das verspricht, dass die Partei nicht nur ihre Forderungen in der Konstituierenden Versammlung vertreten, sondern sie auch in der revolutionären Periode direkt umsetzen wird. Tschernow, der dem Druck der bürgerlichen Parteien vollkommen nachgab, widersetzte sich „separaten“ (?!) Entscheidungen und beharrte auf der Vertagung aller wichtigen Fragen auf die Konstituierende Versammlung. Trotzdem versprach er auch, nach dem Eintritt in die Regierung ein Dekret zu erlassen, das nach dem 1. März Landtransaktionen verbietet, um Landbesitzer und Spekulanten an einer völligen Verzerrung der Landverhältnisse und der Schaffung einer verzweifelte Lage für die konstituierende Versammlung durch reale und fiktive Transaktionen zu hindern. Allerdings war Tschernow ohnmächtig, dieses Dekret mit der Koalitionsregierung durchzuführen, zu deren Unterstützung die Sowjets die Bauern aufriefen. Es brauchte den Zusammenbruch der Koalition, die tragische Erschütterung vom 3. bis 5. Juli, den Rücktritt von Lwow, dass das Dekret veröffentlicht werden konnte, wenn auch in verzerrter Form. Es ist sehr bezeichnend, dass selbst die „Wolja Naroda“, die auf dem äußersten rechten Flügel der Sozialrevolutionären Partei steht, das Dekret als verspätet betrachtet. Die Zeitung sagt folgendes:

„Die Bevölkerung konnte nicht dem allen (grassierende Landkäufe) zusehen und ruhig bleiben und beschloss in sehr vielen Fällen, das Problem mit ihren eigenen Mittel zu lösen. Die Konsequenzen davon sind bekannt, und das Ergebnis wird während der Ernte deutlich werden. Es gibt allen Grund zu glauben, dass das aktuelle Landwirtschaftsjahr zu einer großen Knappheit führen wird.

Indes wäre dieser Ruin des Landes und der Wirtschaft nicht geschehen und hätte auf jeden Fall nicht solche Ausmaße erreicht, wenn die Provisorische Regierung in den ersten Tagen ihrer Entstehung bereits eine ausreichende Entschlossenheit und Festigkeit gezeigt hätte.

Wenn sie sich nicht auf eine Deklaration beschränkt hätte, dass die Frage des Landes von der Konstituierenden Versammlung gelöst werde, sondern sofort eine Reihe von Maßnahmen ergriffen hätte, um diese Deklaration zu garantieren! Wir wissen, dass dies nicht geschah. Erst nach viereinhalb Monaten, nach zwei Kabinettsumbildungen, nachdem die Landverwüstung durch fast ganz Russland gefegt war, als es tatsächlich schon vorbei war, war es möglich, eine Entschließung zu veröffentlichen, auf deren Notwendigkeit unsere Partei und zahlreiche Bauernkongresse immer wieder hingewiesen haben. Es ist klar, dass es nicht viel Bedeutung haben kann, weil das Geschehene nicht korrigiert werden kann.“ (Wolja Naroda, 16. Juli).

Diese Zeilen, die die Tätigkeit der Koalitionsregierung zusammenfassen, die von oben eine echte Agraranarchie geschürt hat, scheinen uns jedoch in ihren Schlussfolgerungen zu pessimistisch zu sein. Landkomitees, die in ihren Händen echte Macht über das Land erhalten würden, könnten viele Scheingeschäfte entwirren und viele Landtransaktionen der Übergangszeit liquidieren. Es ist nur notwendig, dass es im Zentrum wirklich revolutionäre Macht geben sollte. Gerade um dies zu vermeiden, will die Bourgeoisie die Führung der Landreform in die Hände nehmen und fordert die Beseitigung selbst des so gemäßigten und geduldigen Tschernow. Und die kleinbürgerlichen „Sozialisten“, die bereit sind, die Armee, die internationalen Schicksale Russlands und die Schaffung einer inneren „Ordnung“ der Bourgeoisie auszuhändigen, zögern unentschlossen – wie lange? – vor der Liquidation der bäuerlichen Hoffnungen auf Land. Das ist jetzt der Schlüssel für die gesamte politische Situation.

„Die Revolution ist in Gefahr!“ verkündet das Zentralexekutivkomitee. Und sie ist wirklich in Gefahr: nicht weil die Petrograder Arbeiter und Soldaten, verzweifelt wegen dem Schicksal der Revolution, mit Waffen in den Händen auf die Straße gegangen sind; nicht weil irgendwelche kriminellen Banden sinnlose Schusswechsel auf den Straßen gemacht haben, sondern weil die offiziellen Führer der Bauernschaft eine Periode von Schwankungen und Zögern beendeten und den Weg einer konterrevolutionären Ordnung betraten. Wenn die Kerenski, Zereteli und Tschernow, im Zentralkomitee der revolutionären Sozialdemokratie eine Polizeirazzia durchführen, Verhandlungen mit dem Zentralkomitee von Miljukows konterrevolutionärer Partei aufnehmen, dann ist die Revolution wirklich in Gefahr. In Gefahr vor allem durch jene, die eine in ihrer Wildheit hilflose Diktatur zu ihrer Rettung gründen.

Wenn der wirtschaftliche Zusammenbruch und der innere Zerfall der Armee nahe sind, kann die Diktatur das Land wirklich zum großen Entwicklungsweg führen, aber nur die Diktatur der Revolution, die radikale Verwaltungs-, Wirtschafts- und Agrarreformen als Notmaßnahmen durchführt und ihr Schwert gegen rechts, gegen die konterrevolutionäre Verschwörung der oberen Schichten der Bourgeoisie, des Adels und der monarchischen Offiziere richtet. Nur die organisierte Arbeiterklasse kann eine solche Diktatur im Bündnis mit den arbeitenden Massen des Dorfes und den bewussten Teilen der Armee herstellen.

Politisch besteht die Aufgabe, die Erfahrung der letzten Zeit zu nutzen, um die Bauernmassen und rückständigen Schichten der Arbeiter aus der Bevormundung der „schlechten Hirten“ zu befreien, die nun die Revolution ihren schlimmsten Feinden zuführen. Die Aufgabe der proletarischen Vorhut ist es, unsere eigenen Reihen unter dem Banner des Kampfes um die politische Macht zu schließen und durch die Tiefe der Verleumdung, mit der die Reaktion die Partei des Proletariats zu isolieren versucht, hindurch den Weg zum Bewusstsein der breitesten Massen von Stadt, Front und Dorf zu schlagen. Auf diesem Weg können uns keine Hindernisse oder Verfolgungen aufhalten. Wir müssen und werden alle Methoden der Agitation, des Zusammenhalts und des Kampfes nutzen, die aus den inneren Bedürfnissen der Revolution und des proletarischen Sozialismus fließen. Wir verteidigen mit allen Mitteln den Apparat der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernorganisationen, der politischen und gewerkschaftlichen Presse gegen das Pogrom der Reaktion. Wir werden diesen Apparat stärken, entwickeln und erweitern.

Welchen Platz in diesem Kampf für die Entwicklung der Revolution und für die Errichtung der Diktatur der arbeitenden Massen die gegenwärtigen Sowjets der Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndeputierten einnehmen werden, hängt in erster Linie von ihnen selbst ab. Da sie in Gestalt ihrer Mehrheit in ihrer verleumderischen Pogrom-Kampagne die Konterrevolution gegen die proletarische Partei fördern oder ihr nachgeben, werden sie in kürzester Zeit durch die politische Entwicklung weggefegt werden. Da wir Teil dieser Sowjets sind, werden wir natürlich mit aller Kraft für ihre innere Erneuerung und eine radikale Veränderung ihrer ganzen Politik kämpfen. Wir werden uns bemühen, dafür zu sorgen, dass die Sowjets, die den gestrigen Tag der Revolution widerspiegeln, sich auf die Höhe der Aufgaben von morgen erheben. Aber so wichtig, wie die Frage nach der Rolle und dem Schicksal der Sowjets ist, für uns ist sie der Frage des Kampfes des Proletariats und der halbproletarischen Massen von Stadt, Armee und Dorf für die politische Macht, für eine revolutionäre Diktatur, untergeordnet.

In all dieser Arbeit werden wir uns auf die Entwicklung der Revolution in Europa stützen. In unserem Kampf um die revolutionäre Zusammenarbeit mit der Bauernschaft werden wir nicht vergessen, dass die europäische Arbeiterklasse unser direkter und engster Verbündeter ist. Wir werden nicht einen einzigen Schritt machen, der die wiederauflebenden Bindungen der revolutionären Arbeiter aller Länder zu untergraben oder zu schwächen droht. Mit dieser Taktik werden wir der russischen Revolution besser dienen, oder vielmehr nur so werden wir ihr dienen und damit der Freiheit und Unabhängigkeit des russischen Volkes.

„Die russische Revolution ist in Gefahr!“ Nur die Weiterentwicklung ihrer inneren Kräfte, die dringende Auflösung ihrer Aufgaben und ihre Umwandlung von einer russischen zu einer internationalen Revolution kann sie retten.

„Wperjod“ Nr. 7, 7. August (25. Juli), 1917

[1]Romanow: der Name der Zarenfamilie [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[2] Die Schwarzhunderter waren antisemitische Mordbanden, die ursprünglich von Zar Nikolaus II. gefördert wurden. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[3] Kadetten (Konstitutionelle Demokratische Partei): eine pro-russische imperialistische, liberale Partei unter der Leitung von Pawel Miljukow. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[4] Die Matrosen von der Kronstädter Marinebasis in der Nähe von Petrograd gehörten zu den militantesten Unterstützern der Revolution. Grigorij Alexinsk, ein Mitglied der menschewistischen Partei, war ein Hauptanstifter der Verleumdungen, die gegen die bolschewistische Partei im Juli 1917 gerichtet waren. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[5] Die auf die Bauer gestützte sozialrevolutionäre Partei und rechtssozialistischen Menschewiki waren das linke Gesicht der Provisorischen Koalitionsregierung und in der Führung der Petrograder und Allrussischen Sowjets. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[6] Der ehemalige US-Staatssekretär Elihu Root führte im Juni eine Handelsmission nach Petrograd, um die provisorische Regierung unter Druck zu setzen, den Krieg gegen Deutschland und die Zentralmächte zu intensivieren. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[7] Alexander Konowalow und Andrej Schingarew waren führende Industrielle in der Provisorischen Regierung. Fürst Lwow war der erste Ministerpräsident. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[8] Irakli Zereteli: ein führender Menschewist, Präsident des Petrograder Sowjets, Post- und Telegraphenminister in der Regierung. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[9] Alexej Peschechonow: Führer der Volkssozialisten, Minister für Nahrungsmittelversorgung. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[10] Matwej Skobelew: ein ehemaliger Unterstützer Trotzkis, der ein prominenter Menschewist im Petrograder Sowjet und Arbeitsminister in der Koalitionsregierung wurde. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[11] Djelo Naroda war eine SR Zeitung. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[12] Lassalle ist der große Agitator der deutschen Arbeiterbewegung zu Beginn ihrer Entwicklung. In den späten 50er und frühen 60er Jahren wirkte Lassalle als feuriger Agitator für die politischen Interessen des Proletariats, als die deutsche Arbeiterklasse gerade zum Klassenkampf und zum politischen Leben zu erwachen begann. Er strebte, die fortgeschrittenen Teile der Arbeiterklasse vom korrumpierenden Einfluss der liberalen Bourgeoisie durch Bildungsvereine, Genossenschaften und so weiter zu befreien. Bei der Organisation der Vorhut des Proletariats stellte Lassalle in den Mittelpunkt seiner Agitation die Frage nach einer unabhängigen politischen Arbeiterpartei und dem allgemeinen Wahlrecht, um das Proletariat zu befreien. Im Jahre 1864 [d. h. 1863] wurde dank der Bemühungen seiner Anhänger die erste sozialistische Massenorganisation von halb gewerkschaftlichem, halb parteilichem Charakter, der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein, geschaffen. In diesen Jahren entwickelte Lassalle ein intensives literarisches Werk, dessen Ergebnis seine berühmten Werke waren: „Über Verfassungswesen“, „Offenes Antwortschreiben an das Central-Comité“, „Die Assisenrede“ usw. Zugleich sprach Lassalle als Wissenschaftler und Theoretiker der Arbeiterbewegung. Aber die Werke, die er über Philosophie und politische Ökonomie schrieb, waren aus marxistischer Sicht unhaltbar, obwohl Lassalle sich auch als Schüler von Marx bezeichnete. So wurde seine Arbeit „Das System der erworbenen Rechte“ durch Hegels Idealismus ziemlich verdünnt, und sein „ehernes Lohngesetz“ war mit den theoretischen Bestimmungen des „Kapitals“ unvereinbar. Lassalles überschwängliche Tätigkeit wurde durch seinen Tod unterbrochen, dessen Ursache ein unerwartetes Duell wegen seiner Braut war. Seine Nachfolger setzten seine Arbeit fort, indem sie die politischen Fehler Lassalles weiter vertieften, nämlich gegen den bürgerlichen Liberalismus mit der Bismarck-Junker-Regierung zu flirten. Im Jahre 1875 vereinigten sich die Lassalleaner auf dem gemeinsamen Kongress in Gotha mit der Partei von W. Liebknecht und Bebel, wodurch sich die deutsche Sozialdemokratie bildete. [ Anmerkung der russischen „Sotschinenija“, 1924]

Ferdinand Lassalle war der Gründer der ersten deutschen Arbeiterpartei im 19. Jahrhundert. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[13] „Malenkaja Gazeta“ (Kleine Zeitung) – erschien im Mai 1917. Ihre Verleger waren die berühmten Schwarzhunderter Suworins, die ihre konterrevolutionäre Agitation unter der gleichen Fahne führten, unter der sich die faschistische Agitation der deutschen Nationalsozialisten im Herbst 1923 entfaltete. Folgendes, zum Beispiel, schrieb Suchanow über sie:

„Unter dem Deckmantel der „Nationalität“, des extremen Demokratismus und des „unabhängigen Sozialismus“ („wie ein Teil der deutschen Faschisten“, Ed.) betrieb die Malenkaja Gazeta eine direkte und feste Politik für einen konterrevolutionären Staatsstreich und eine militärischisch-plutokratische Diktatur. Und die Zeitung wurde von den „einfachen Leuten“ wie warme Semmeln gelesen, verbreitet in Hunderttausenden von Exemplaren. Es ist auffällig, dass sie als Kandidaten für den Diktator, erst behutsam und dann ohne Umschweife niemand anderen als Admiral Koltschak aufstellten. Die Brüder Suworins, mit den hinter ihnen stehenden Geschäftskreisen, wussten, was sie taten: Sie behandelten Kerenski als einen leeren, lärmenden Jungen, sie unterstützen Koltschak“ (Band IV., S. 220)  [Anmkerung der russischen „Sotschinenija, 1924]

[14] Sozialistische Minister: ein Hinweis auf Zereteli und Nikolai Tschcheïdse, die führenden Mitglieder der menschewistischen Partei und Alexander Kerenski und Viktor Tschernow, die die SR leiteten. Kerenski wurde nach dem Fürsten Lwow Oberhaupt der provisorischen Regierung und war auch Kriegsminister. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[15] Restauration – Restauration der Monarchie.  [Anmerkung der russischen „Sotschinenija, 1924]

[16] Natürlich ist hier ein schwarzes Loch im Alltagssinne gemeint. Den astronomischen Begriff „Schwarzes Loch” gab es 1917 noch nicht. [Anmerkung der deutschen Übersetzung]

[17] „echt-russisch“ war damals eine gängige Bezeichnung für russische Reaktionäre, Schwarzhunderter, Anhänger des Zarismus …  [Anmerkung der deutschen Übersetzung]

[18] Wilhelm bezieht sich auf den deutschen Kaiser Wilhelm II. Sir George Buchanan war britischer Botschafter in Petrograd. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[19] Ein Hinweis auf einen Vorfall, als Tschernow von der Menge außerhalb des Taurischen Palastes ergriffen wurde, und Trotzki eingriff, um sein Leben zu retten. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

[20] Nowaja Schisn: Die Zeitung, die von dem bekannten Schriftsteller Maxim Gorki geleitet wurde, der die Vereinigten Internationalisten führte. [Anmerkung der englischen Übersetzung]

* Platonische Kritiker sind die, die abseits von der Bewegung „ohne Konsequenzen“ kritisieren, um ihr eigenes Gewissen zu trösten. Solche Kritiker, die mit dem wirklichen Verlauf des Klassenlebens des Proletariats nicht verbunden sind, sind leicht durch den Gedanken irregeleitet, dass sie jedes Unglück mit ihren Händen abwenden können. Aber es kommt oft vor, dass die Kritisierten all das wissen, was die platonischen Kritiker wissen, und noch etwas mehr.

[21] General Polowzew – war in den Juli-Tagen der Kommandant der Petrograder Garnison.  [Anmerkung der russischen „Sotschinenija, 1924]

** Das ist die gleiche Denkweise, die es den zaristischen Generälen ermöglichte, die Juden für ihre Misserfolge verantwortlich zu machen. Es genügt, in den Reden eines gewissen Liber „Jidden“ statt „Bolschewiki“ einzufügen, und man erhält ein typisches Beispiel der ehemaligen Militär- und Pogromliteratur. Und das ist kein Zufall. Die Liber, wie die zaristischen Generäle, haben das gleiche Motiv – die Aufmerksamkeit der Massen vom Konkurs ihrer Politik abzulenken und deren Empörung und Verzweiflung auf Dritte loszulassen. Es ist eine Politik der Feigheit, Ohnmacht und Ehrlosigkeit. [Trotzki benutzt einmal das amtliche Wort „Hebräer“ („евреи“), dann das abwertende „жиды“ für „Juden“. Da sich der Unterschied im Deutschen nicht genau wiedergeben lässt, habe ich einmal mit „Juden“, dann mit „Jidden“ übersetzt. – Anmerkung der deutschen Übersetzung]  [Michail Liber war Mitglied der menschewistischen Partei und des Bundes (Allgemeiner Jüdischer Arbeiterbund). Er wurde 1937 während Stalins Säuberungen getötet – Anmerkung der englischen Übersetzung]

[22] Das bezieht sich auf die Staatsberatung, das am 14. August in Moskau eröffnet wurde. Dieses Treffen wurde hauptsächlich aus den Kreisen der Bourgeoisie und der kleinbürgerlichen Demokratie einberufen. Vom ZEK, den Gewerkschaften, den Genossenschaften und dem Exekutivkomitee der Bauerndeputierten gab es 100 Personen, die übrige Tausendermasse bestand aus Vertretern der Bourgeoisie, Großgrundbesitzer, Kosaken und bürgerlichen Intellektuellen. Die Aufgabe dieses Treffens war es, der Kerenski-Regierung bürgerliche Grundlage zu bringen. Die bürgerliche Presse bewarb in jeder möglichen Weise diese Versammlung. Unsere Partei reagierte scharf auf sie. Die Moskauer Organisation forderte die Moskauer Arbeiter auf, aus Protest zu streiken. Der feierliche Tag wurde von dieser Tatsache des Klassenhasses „überschattet“. Der Charakter des Streiks wird von Suchanow interessant beschrieben:

„Straßenbahnen in Moskau fuhren nicht. Und die Droschken waren kaum auf der Straße. In Moskau gab es einen Streik. Es war nicht allgemein, aber es war sehr beeindruckend und ausreichend, um den Willen der Massen zu demonstrieren. Eine Reihe von Fabriken und Betrieben waren im Streik. Alle städtischen Unternehmen waren im Streik, mit Ausnahme der Befriedigung der lebenswichtigen Bedürfnisse der Bevölkerung. Die Restaurants, Kellner und sogar die Hälfte der Droschken waren im Streik. Die ganze Arbeiterarmee folgte den Bolschewiki gegen ihren (das heißt den menschewistischen) Sowjet. Am Abend sollte die Demonstration noch greifbarer werden: Moskau fiel in Dunkelheit, da die Gasanlage mit anderen Unternehmen im Streik war. („Sapiski o revoljutsii“ [Notizen zur Revolution], Buch V, S. 155-156) [Anmerkung der russischen „Sotschinenija, 1924]

Die Staatsduma war das Parlament der zaristische Ära, das von der Revolution rechts liegengelassen wurde. Die Staatsberatung war eine zusammengeschobene Veranstaltung das stark zugunsten der kapitalistischen und monarchistischen Delegierten gewichtet war – ein Versuch, die Revolution zu umgehen. Sie wurde mit einem moskauweiten Generalstreik beantwortet.  [Anmerkung der englischen Übersetzung]