Beginn der Februarrevolution

8. März 1917

Beginn der Februarrevolution

Die hohen Kriegsverluste und die immer angespanntere Versorgungslage führen zu wachsender Unzufriedenheit der Bevölkerung. Arbeiterinnen in Petrograd beschließen, zum internationalen Frauentag zu demonstrieren und mobilisieren Zehntausende. In den folgenden Tagen schließen sich ihnen die überwältigende Mehrheit erst der ArbeiterInnen und dann der Soldaten der Hauptstadt an. Trotzki: Fünf Tage (23.-27. Februar 1917)

Provisorische Regierung

15. März 1917

Provisorische Regierung

Koalitionsregierung aus bürgerlichen Parteien. Der „Sozialist“ Kerenski tritt der Regierung als Justizminister bei. Die Regierung hat keine Autorität bei den Massen und kann sich nur durch die Unterstützung der Arbeiter- und Soldatenräte mit ihrer Mehrheit aus Menschewiki und Sozialrevolutionären halten („Doppelherrschaft“) Trotzki: Die neue Macht

Lenin kommt in Petrograd an

16. April 1917

Lenin kommt in Petrograd an

Nach der Rückkehr von Stalin und Kamenew aus der Verbannung in Sibirien setzen diese eine unkritische Haltung der Bolschewiki gegenüber der Provisorischen Regierung durch, die im Widerspruch zu Lenins Positionen steht. Nach seiner Rückkehr aus dem Schweizer Exil erreicht Lenin einen Kurswechsel. Lenin: Über die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen Revolution (Aprilthesen)  

Aprildemonstrationen

3. Mai 1917

Die Sowjets sind für einen demokratischen Frieden ohne Annexionen, stützen aber zugleich die provisorische Regierung, die an den imperialistischen Kriegszielen festhält. Ein offenes Bekenntnis des Außenministers Miljukow zu diesen Kriegszielen führt zu einer Welle wütender Demonstrationen. Trotzki: „Apriltage“

Koalitionsregierung, sechs VersöhnlerInnen, zehn Kadetten

19. Mai 1917

Um die Regierung nach den Aprildemonstrationen zu festigen, treten sechs Menschewiki und Sozialrevolutionäre in die Regierung ein. Wie bei solchen Koalitionen üblich, sind die „sozialistischen“ Minister Geiseln ihrer bürgerlichen Koalitionspartner. Trotzki: Erste Koalition

Erster Allrussischer Kongress der Arbeiter und Soldatenräte

16. Juni 1917

16.-23. 6. (3.10. 6.) 820 Delegierte, davon 105 Bolschewiki Anders als bei den Räten der Revolution 1905 entsteht 1917 ein landesweiter Zusammenschluss der Räte mit einem Rätekongress und einem dort gebildeten Zentralen Exekutivkomitee. Während die Bolschewiki vor dem Ersten Weltkrieg die führende Kraft in der Arbeiterbewegung waren, sind sie zu Beginn der Revolution 1917 eine kleine Minderheit, weil neue Schichten, die zum ersten Mal zum politischen Leben erwachen, die Menschewik und Sozialrevolutionäre unterstützen. Lenin: Rede über die Stellung zur Provisorischen Regierung

Beginn der Junioffensive an der Front

29. Juni 1917

Beginn der Junioffensive an der Front

Nach der Februarrevolution waren die Kampfhandlungen an der Front praktisch zum Erliegen gekommen. Die Kapitalisten und Kriegsverbündeten drängen auf eine Offensive, auch als Mittel zum Zurückdrängen der Revolution im Innern. Trotzki: Die Offensive

Junidemonstration

1. Juli 1917

Nachdem die Sowjetmehrheit von den Bolschewiki geplante Demonstrationen verbot, organisiert sie eine Woche später eigene Demonstrationen … und muss erleben, dass die Mehrheit der DemonstrantInnen die Parolen der Bolschewiki unterstützt. Trotzki: Sowjetkongress und Junidemonstration

Bewaffnete Demonstrationen in Petrograd, um Sowjet zu Machtübernahme zu zwingen (16./17.7.)

16. Juli 1917

Nach dem Scheitern der Junioffensive wächst die Wut auf die provisorische Regierung. Es kommt spontan zu bewaffneten Demonstrationen. Die Bolschewiki halten den Aufstand für verfrüht, können die Demonstration jedoch nicht stoppen. Sie stellen sich deshalb an ihre Spitze, um ihr den Charakter von friedlichen Demonstrationen für die Machtübernahme der weiterhin mehrheitlich menschewistisch-sozialrevolutionären Sowjets zu geben. Trotzki: „Julitage“: Kulminationspunkt und Zertrümmerung

Beginn der Unterdrückung der Bolschewiki

18. Juli 1917

Obwohl die Bolschewiki so einen Aufstand verhindert haben, werden sie wegen des angeblichen Aufstandsversuchs verfolgt mit Lynchmorden, Zerstörung der Parteidruckerei, Festnahme von ParteiführerInnen, Vorwürfen der Spionage für Deutschland etc. Trotzki: Ein Monat der großen Verleumdung

Parteitag der Bolschewiki im Untergrund, Vereinigung mit den AnhängerInnen Trotzkis und Rosa Luxemburgs 8.-16. 8 (26. 7 – 3. 8.)

8. August 1917

Viele Parteiführer sind im Gefängnis oder mussten untertauchen. Der Parteitag beschließt die geänderte Taktik nach der Offensive der Konterrevolution im Juli und vollzieht die Vereinigung mit der´n AnhängerInnen Trotzkis (Zwischenbezirksgruppe, Interrayonisten oder Meschrayonzi) und den in Russland befindlichen Mitgliedern der von Rosa Luxemburg gegründeten Sozialdemokratie des Königreichs Polens und Litauens (SDKPiL) Resolutionen des 6. Parteitags der SDAPR

Kornilow-Putsch

7. September 1917

Kornilow-Putsch

Nachdem der inzwischen zum Regierungschef aufgestiegene Kerenski und der Armeechef Kornilow Arm in Arm auf eine reaktionäre Diktatur hingearbeitet haben, kriegen sie sich in die Haare wegen der Frage, wer von beiden der Diktator werden soll. Kornilow putscht, Kerenski muss sich an die seit Juli verfolgten Revolutionäre wenden, um seine Haut zu retten. Der Putsch wird durch die Mobilisierung der Arbeitermassen im Keim erstickt. Trotzki: Kornilows Aufstand

Bolschewiki Mehrheit im Petrograder Sowjet, Trotzki Vorsitzender

22. September 1917

Die Radikalisierung durch den Kornilow-Putsch bringt den Bolschewiki die Mehrheit im Petrograder und Moskauer Sowjet. Sie nutzen sie zur Vorbereitung der Oktoberrevolution Trotzki: Der Kampf innerhalb der Sowjets

Oktoberrevolution, 2. Allrussischer Sowjetkongress übernimmt Macht, Friedensangebot, Enteignung der Gutsbesitzer, revolutionäre Regierung

7. November 1917

Oktoberrevolution, 2. Allrussischer Sowjetkongress übernimmt Macht, Friedensangebot, Enteignung der Gutsbesitzer, revolutionäre Regierung

7./8. 11 (25./26. 10. nach gregorianischen Kalender) Am Vorabend des 2. Sowjetkongresses stürzt das militärische Revolutionskomitee des Petrograder Sowjets die provisorische Regierung, so dass der 2. Sowjetkongress die Macht übernehmen kann. Er beschließt ein Friedensangebot, die Enteignung der Großgrundbesitzer und die Bildung einer revolutionären Regierung (Rat der Volkskommissare). Trotzki: Der Kongress der Sowjetdiktatur

Waffenstillstand

5. Dezember 1917

Waffenstillstand

Da die westlichen Alliierten auf das Friedensangebot des Sowjetkongresses nicht eingehen, sieht sich die Sowjetregierung gezwungen, einen separaten Waffenstillstand mit Deutschland und seinen Verbündeten abzuschließen. Lenin: Rede und Schlusswort über den Frieden

Beginn der Friedensverhandlungen

9. Dezember 1917

Beginn der Friedensverhandlungen

Die Bolschewiki führen die Friedensverhandlungen vor den Augen der Weltöffentlichkeit und versuchen, sie in die Länge zu ziehen, um revolutionäre Entwicklungen in Deutschland und seinen Verbündeten auszulösen. Es kommt auch zu Massenstreiks in Österreich und Deutschland. Als diese abgeflaut sind, müssen die Bolschewiki den äußerst harten Friedensvertrag von Brest-Litowsk unterzeichnen. Trotzki: Die Friedensverhandlungen